Ausgeschlafen? Kaffee bereit? Dann los in den Sonntag mit vielen Preisen, einem digitalen Buch-Club und natürlich interessanten Büchern.
Leider auch mit zwei Verlagsschließungen, wovon mich eine wirklich hart trifft. Autsch. Tut weh. Guten Morgen!

Inhalt:

Kazuo Ishiguro erhält den Literaturnobelpreis ↓
Margaret Atwood erhält den Friedenspreis des deutschen Buchhandels ↓
Die zehn besten Krimis im Oktober ↓
Aus für den Polar und den Königskinder Verlag ↓
Wie und was lesen die Deutschen? Die Studienergebnisse. ↓
Ein Blick in die Printmedien ↓
Bücher aus den Feuilletons ↓
Bücher aus den Blogs ↓
Aus den Blogs ↓
Krimi-Couch goes Video: Krimis im Kreuzfeuer ↓
Verlassen Verlage das Twitternest? ↓
Bookchoice – digitaler Buch-Club ↓

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Kazuo Ishiguro erhält den Literaturnobelpreis

Die Wahl sei durch und durch politisch, meint Anne Haeming bei Spiegel online ⇔, denn Kazuo Ishiguro zeigt uns vor allem eines: „wie leicht wir uns von einem starken Erzähler täuschen lassen.“ Wir sollen lernen zu misstrauen und „darauf zu achten, was nicht gesagt wird“.

Ebenfalls bei Spiegel Online ⇔ findet ihr eine kleine Hintergrundstory, denn Kazuo Ishiguros Agent hielt die Nachricht, dass sein Autor den Literaturnobelpreis bekommen soll, zuerst für „Fake News“.
Das ist also unsere heutige Zeit. Wie oben schon geschrieben, lernt er uns nicht nur zu misstrauen, sondern lebt es auch ;-).

Keine sehr mutige Wahl, meint Michael Luisier im SRF-Kultur ⇔, für ihn ist Ishiguro ein Autor „aus dem gehobenen Mainstream“, der Nobelpreisträger hätte ruhig politischer und künstlerisch mutiger ausfallen können. Na, vielleicht im nächsten Jahr?

Friederike alias „Die Buchbloggerin“ ⇔ meint, dass die Stärke des Autors darin liegt, dass er sehr vielseitig schreibt. „Kein Buch ist wie das andere“. Ihre Sicht könnt ihr im Beitrag „Ishiguro und ich” oder “Der Literaturnobelpreis 2017 für Kazuo Ishiguro“ lesen.


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Margaret Atwood erhält den Friedenspreis des deutschen Buchhandels

Margaret Atwood ist mir mit ihren Büchern etwas bekannter als Ishiguro. Schon einige Bücher habe ich von ihr gelesen, vor Kurzem erst „Das Herz kommt zuletzt“. Die „Oryx und Crake“ – Reihe steht leider noch etwas angestaubt und ungelesen hier.
Bei Deutschlandfunk Kultur ⇔ schreibt Tobias Wenzel über die Autorin, sie sei eine „hellsichtige Mahnerin“. Damit hat er wohl Recht, wenn man sich die Bücher von Atwood anschaut, die immer wieder Ungerechtigkeiten zum Thema haben, „in der Hoffnung, dass die Zukunft eine friedlichere und intaktere Welt bringt als die in den von der Autorin entworfenen Endzeitfantasien.“ Der Friedenspreis sei ihr damit wohl mehr als gegönnt.


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Die zehn besten Krimis im Oktober

Simone Buchholz führt mit „Beton Rouge“ die Krimibestenliste ⇔ im Oktober an. Ich kann da (noch) nicht mitreden, denn das Buch liegt noch ungelesen hier.
Platz 2: „Ermordung des Glücks“ von Friedrich Ani.
Platz 3: „Ein Job für Delpha“ von Lisa Sandlin. Auch dieses Buch liegt noch ungelesen hier, aber in der FAZ ⇔ hat Hannes Hintermeier die Dialoge und die Atmosphäre des Romans gelobt. Sonja Hartl vom Zeilenkino ⇔ sieht in den Kleinigkeiten perfides Potential.
Auf Platz 4 sehen wir „Dunkels Gesetz“ von Sven Heuchert, der mich mit seinem Debüt wirklich gut unterhalten konnte. Noir aus Deutschland geht also doch. Anders sieht es Peter Huber alias „Crimenoir“ ⇔, dem der „Anti-Regio-Krimi“ zu klischeehaft war und die Figuren ihn kaltließen, wenn auch handwerklich gut gemacht, dann wieder zu gewollt. Uwe Kalkowski vom „Kaffeehaussitzer“ ⇔ hat den Roman wohl ähnlich gelesen wie ich, denn er hat die „gegossene Melancholie“, die triste Stimmung, die karge Figurenbeschreibungen genossen und sieht hier deutschen „Noir vom Feinsten“.
Platz 5 Thanh Nguyen „Der Sympathisant“ sagt mir erst mal nix. Es soll ein Mix aus Polit-Thriller und Satire sein, zumindest sieht es Thomas Wörtche bei Deutschlandfunk Kultur ⇔ so, und der sollte es wohl einzuordnen wissen.
Platz 6 Ottesha Moshfegh „Eileen“ habe ich ja wegen der Wiederholungen der Wiederholungen abgebrochen. Das war nix für mich, obwohl Eileen wirklich eine gute Antiheldenfigur darstellt. Peter Huber – crimenoir ⇔ – sieht Eileen als Figur besonders menschlich und war von dem düsteren Leseerlebnis sehr angetan.
Platz 7: Normalerweise mag ich nicht auf französisch, wenn es um Kriminalromane geht. Weder von Franzosen selbst, noch wenn das Setting in der Bretagne und Umgebung angesiedelt ist. Doch Robert Hültner: Lazare und der Tote am Strand scheint doch einiges richtig gut gemacht zu haben, wenn ich mir Elmar Krekelers Kritik in welt.de ⇔ dazu durchlese. Der mag nämlich normalerweise auch keine Deutschen, die auf französisch machen. Oder so. Aber Hültner hat einen Freibrief bekommen, auch von Tobias Gohlis, der in der Zeit Online ⇔ froh über die Wiederaufstehung des Autors ist. Also werde ich wohl mal reinlesen.
Platz 8: „Atemlos, kurz, prägnant und klug konstruiert“ ist Christian von Ditfurth: Giftflut beim Büchercheck auf hr-inforadio.de ⇔ rezensiert.
Platz 9: Bei Elmar Krekeler von welt.de ⇔ sind mit David Whish-Wilson: Die Ratten von Perth alle Krimileseantriebe (das Böse, das Land, die Frauen, etc, …) befriedigt und er will gar nicht mehr raus aus dem „mörderisch angelegten Sumpf“. Das Buch liegt noch ungelesen hier bei mir und wird hoffentlich nicht versumpfen, ebenso wie
Platz 10: Xiao Bai: Die Verschwörung von Shanghai, das bei Lesern und Bloggern sehr unterschiedlich ankommt, wie man bei Lovelybooks ⇔ oder hier bei der „Kapitelleserin“ ⇔ sieht.


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Aus für den Polar und den Königskinder Verlag

Ich habe mich vom Schock noch immer nicht erholt. Der Polar Verlag ist insolvent wie der buchmarkt.de ⇔ schreibt. Durch den Verlag habe ich das Noir-Genre für mich entdeckt. Ich habe 99% der Bücher aus dem Verlag gekauft, weil mich fast jedes Buch interessiert hat. Und ich habe keinen einzigen Kauf bereut, im Gegenteil, ich habe viele Autoren entdeckt, von denen ich mehr lesen möchte.
Peter Huber sagt bei crimenoir ⇔: „Der Polar Verlag hat es für Crime Fiction Fans sehr gemütlich gemacht. Da wusste man, dass jede Neuerscheinung potenziell von Interesse sein wird. Dieser Luxus fällt nun wieder weg.“
*schnief*

Auch Königskinder hat es erwischt. Das Imprint Königskinder gehörte zu Carlsen (Bonnier Gruppe) und schließt nach den Frühjahrserscheinungen 2018 ⇔ das Programm. In der FAZ ⇔ steht, dass einfach zu wenig gekauft wurde, die Resonanz auf dem Markt fehle. Auch ist die FAZ der Meinung, dass die Kinder- und Jugendbuchbranche schwächelt, was der Buchreport ⇔ jedoch genau anders sieht und von einem leichten Plus spricht, allerdings auf den Umsatz gerechnet.
Besonders Dani von Brösels-Bücherregal ⇔ hat immer von den Königskinder-Büchern geschwärmt und darüber gebloggt.


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Wie und was lesen die Deutschen? Die Studienergebnisse.

1031 Deutsche wurde von splendid-research.com ⇔ zum Thema Bücher und Lesen befragt. 61% der Deutschen lesen regelmäßig und greifen mit 91% nach wie vor vermehrt zu Printbüchern, da mit 50% meist zu Krimis, 46% zu Thrillern. Allerdings sieht man auch den Zuwachs im Onlinegeschäft, was für unsere Buchhändler natürlich ein KO-Kriterium darstellen könnte. Mehr bei buchreport.de ⇔.


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Ein Blick in die Printmedien

Stern-Crime #15 ⇔
Das Magazin handelt eigentlich von wahren Verbrechen, aber auf Seite 126 beginnt ein Werkstatt-Gespräch mit Max Annas, ein Autor, der wirklich gute Thriller schreibt (Die Mauer, Die Farm, Illegal), die vor allem rasant erzählt werden und actionreich sind. „Wie schreibt man Krimis?“ lautet die Frage, auf die es im Interview nur zwischen den Zeilen eine Antwort gibt. Aber dafür wissen wir nun, dass Max Annas an einer politisch-sozialen Dystopie arbeitet, die Berlin in der Zukunft als Setting hat, und eher an „Illegal“ anknüpfen wird.
Schade, finde ich, denn ausgerechnet „Illegal“ hat mich nicht so überzeugen können wie seine zwei Bänder aus der Südafrika-Trilogie.

Der Literatur-Spiegel vom Oktober besteht aus einem „Alphabet zur Frankfurter Buchmesse“. Gleich unter „A“ finden wir die Friedensnobelpreisträgerin 2017 Margaret Atwood mit „Die Frau mit dem Beil“ und endet „Zappenduster“ (Juli Zeh). Die Buchbloggerin ⇔ hat den Literatur-Spiegel genauer angesehen und darüber gebloggt.
So ein Lexikon könnten wir ja auch mal machen: Zum Beispiel „G“ wie Gin Tonic und ein Bildchen von einem Berliner Thrillerautor ⇔ (Prost!), oder „P“ wie Plagiatsstreit ⇔, der wohl noch immer nicht beendet ist. Tja, dafür fehlt wohl ein „U“ vor Literatur-Spiegel. Aber gebt es zu: Es wäre doch viel interessanter und lebhafter!

In „Die Zeit“ gibt es eine interessante Beilage zur Frankfurter Buchmesse mit einem Spezial über das Gastland Frankreich.
Französische Autoren wie Tristan Garcia, Catherine Millet, Hélène Cixous, Didier Fassin kommen in der Beilage vor, aber natürlich auch ein Michel Houellebecq findet Erwähnung.
Hinter dem Titel „Duplomännchen im Legohaus“versteckt sich die Buchbesprechung von Nina Pauer zu „Und es schmilzt“ von Lize Spit. Auch die Kritikerin kann sich nur schwer erholen von diesen heftigen Buch mit dem langweiligen idyllischen Anfang.

Und wer keine Lust hat, den ganzen intellektuellen Literaturmatsch zu lesen, aber mitreden will, der wirft einen Blick auf S. 14/15, denn da wartet der Spickzettel zu den zwanzig Büchern, über die „small getalkt“ wird. Robert Menasse, Sven Regener sind natürlich dabei. Ich will nur eines dieser 20 lesen: Underground Railroad von Colson Whitehead. Genug getalkt. Weiter geht’s.


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Bücher aus dem Feuilleton

Marc-Uwe Kling: Qualityland
Marc-Uwe Kling: Qualityland

Marc-Uwe Kling – Qualityland
Wenn Algorithmen wissen, was wir uns wünschen, dann sind wir mitten im Zukunftsroman „Qualityland“ von Marc-Uwe Kling gelandet. Drohnen liefern euch automatisch eure Lieblingsprodukte nach Hause, Entscheidungen müsst ihr auch nicht treffen, denn all das wird für euch erledigt.
Ich lese gerade das Buch und habe mich – niemanden wundert es – für die dunkle Ausgabe entschieden. „Erschreckend spaßbefreit“ sieht Eva Thöne beim Spiegel ⇔ das Buch, die, wie sie selbst sagt, vielleicht mit zu hohen Erwartungen an das Buch gegangen ist und findet es gesamt nur okay.
Auch im MDR ⇔ ist „Qualityland“ mehr eine Enttäuschung als eine literarische Bereicherung, denn manchmal sei die Handlung dürftig und der Roman „tritt arg auf der Stelle“ und zudem bietet das Buch sprachlich nicht besonders viel.

Im Börsenblatt ⇔ beleuchtet Lektor Daniel Oertel die Hintergründe des Romans und meint: „Der Stil ist so, wie man es aus der Känguru-Trilogie kennt: mit vielen witzigen Dialogen, skurrilen Einfällen und einer ordentlichen Portion Gesellschaftskritik.“

Im Blog „Resonanzboden“ (Ullstein) ⇔ gibt es übrigens einen Mitschnitt der Pressekonferenz mit Marc-Uwe Kling (Video), der sagt, „Qualityland“ sei eine Gesellschaftssatire, eine lustige Dystopie. Die beiden Ausgaben entsprechen den ersten Schritt zu „personalisierter Literatur“, die helle Ausgabe für Optimisten, die dunkle für Apokalyptiker.
Die Konferenz ist übrigens im Roboterstil gemacht.

Dave Zeltserman: Small Crimes
„Small Crimes“ ist ein Buch, das ich unbedingt lesen muss. Eigentlich gehört es zur „Badass Gets Out of Jail – Trilogie“ und ist der erste Band der Reihe, auch wenn er gerade erst erschienen ist. Schon „Killer“ und „Paria“ haben mich damals überzeugt. Geschichten von Exhäftlingen, hart, ungerecht, wie das Leben nun mal so ist.
In der Stuttgarter Zeitung ⇔ nennt Hans Jörg Wangner nun „Small Crimes“ als richtig guten, harten Stoff. Eine Trilogie, die ich euch unbedingt empfehlen muss, denn auch ich finde sie absolut gut.


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Bücher aus den Blogs

In „Kejas-Blogbuch“ ⇔ hat Janna Paula Hawkins Buch „Into the water“ besprochen. Und ich muss zugeben, eigentlich hatte ich das Buch schon wieder von meiner Leseliste gestrichen. Nun steht es wieder oben, weil Janna mich wieder neugierig gemacht hat, da ich Geschichten mag, in denen jeder seine eigene Wahrheit erzählt.
Das ist mir schon im August passiert, dass ich das Buch wieder auf die Liste gesetzt hatte, nachdem ich die Rezension im crimenoir ⇔ gelesen habe. Peter war nämlich auch sehr angetan von dem Thriller.
Vielleicht sollte ich es jetzt einfach mal lesen und gut ist.

Ein anderes Buch, von dem ich noch unschlüssig bin, es zu lesen, ist „Unter Wasser hört dich niemand schreien“ von Paula Treick DeBoard. In „Nisnis-Bücherliebe“ ⇔ bin ich fündig geworden. Anja sagt zu dem Thriller: „Rasant, krank, hochspannend, Pageturner“. Nach so starken verkaufsfördernden Worten sollte man meinen, es sofort kaufen zu müssen. Ich habe es mir zumindest mal notiert. Und an den Kommentaren sehe ich: Auch andere sind unschlüssig.

Im Blog „Leseratz“ ⇔ geht es um die Geschichte von Pierrot, ihr wisst schon, aus „Der Junge auf dem Berg“ von John Boyne, den ich im September → vorgestellt habe. Ich war sehr angetan von dem Buch, Ascari ein bisschen weniger.
Jetzt liegt die Frage natürlich nahe, ob es damit zu tun hat, dass vielleicht die Übersetzung besser ist. Denn ich las das Buch in deutscher Sprache, sie in der englischen Originalausgabe. Zumindest die Namensänderung von Pierrot zu Peter scheint in der deutschen Ausgabe besser gelöst zu sein. Denn ich weiß, warum aus Pierrot Peter geworden ist, während Ascari das in ihrer Ausgabe nicht herauslesen konnte.


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Aus den Blogs

Es wird französisch im Blog „Wortgestalt“ ⇔. Die Frankfurter Buchmesse rückt näher und damit auch das diesjährige Gastland Frankreich. Philly plant Bücher von Léo Malet, Jean-Patrick Manchette, Dominique Manotti, Estelle Surbranche, Jerome Leroy, Fred Vargas, … ein. Wenn ich mir die Liste ansehe, sollte ich mich der Frankreichtour wohl anschließen, denn auch hier liegen einige der genannten Autoren ungelesen herum.
Aber… Frankreich! Hmpf. Vielleicht habe ich bisher auch nur von den falschen Autoren gelesen.

Bei „Stehlblüten“ ⇔ gibt es Kritik der anderen Art. Kritik an der Doppelmoral und die Frage: Warum Kooperationen zwischen Verlagen und Bloggern oft so negativ wahrgenommen werden.

Da wir gerade bei Kooperationen sind. Bei der „Literaturtouristin“ ⇔ startete die Blogtour zu „Das Lied der Krähen“ von Leigh Bardugo, ein Buch, das dem Fantasy-Gerne zugeordnet ist und eigentlich ja gar nicht meinen Lesegeschmack trifft. Aber irgendwie hat das Buch was, was mich jedes Mal inne halten lässt, auch wenn ich keine Ahnung habe, was eine Grischawelt sein soll. Vielleicht ist es das Cover und der schwarze Buchschnitt, ich weiß, ich bin da anfällig.


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Krimi-Couch goes Video: Krimis im Kreuzfeuer

Bei der Krimi-Couch ⇔ gibt es die erste Folge von „Krimi im Kreuzfeuer“. Eine Diskussion zwischen Andreas Kurth (Chefredakteur Krimi-Couch.de), Jochen König (Krimi-Couch.de Spezial) und Birgit Boloni (Krimi-Couch.de Redaktion) über den Thriller „Die Kinder“ von Wulf Dorn.
Ich habe im September das Buch rezensiert → und war da ja nicht so begeistert. Auch Boloni und König sehen das allerdings ähnlich. Seht das Video an, mir hat es sehr gut gefallen. Kriminelle Buchgespräche? Bitte mehr davon.


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Verlassen Verlage das Twitternest?

Steffen Meier fragt im Börsenblatt ⇔: „Twitter und Verlage – alle ausgeflogen?“. Tja, das frage ich mich auch. Es ist nämlich wirklich ruhig geworden in der Twitterverlagstimeline oder zu oberflächlich.
Ich kann jetzt natürlich nur für meine Twittererfahrung sprechen. Früher machte es Spaß, Verlagen auf Twitter zu folgen. Sie mischten sich in Diskussionen ein, wir hatten Spaß, sie zeigten natürlich ihre Neuerscheinungen verständlicherweise (was auch gut ist), aber meist informativ (also mit Link zu einem Interview, Bildern, Blogbeiträgen etc.), machten eigene Twitteraktionen.
Natürlich gibt es noch Verlage, die aktiv auf Twitter sind. Aber immer mehr sterben einen langsamen, schleichenden Tod. Sehr, sehr schade. Denn Twitter ist für mich noch immer die Nummer eins für Kurznachrichten jeder Art.

Jetzt hoffe ich nur, dass Twitter selbst noch die Kurve kriegt. Denn Twitter arbeitet an einer Erweiterung von 140 auf 280 Zeichen. Dabei lag gerade in der Kürze die Stärke des Dienstes, wie ich und viele Twitteruser finden ⇔.
Vielleicht sollte Twitter wieder eine komplette chronologische Timeline ermöglichen, denn diese Filter, die bei mir zwar ausgeschaltet sind, aber dennoch zu arbeiten scheinen, sind für mich ein Totschlagargument. Wenn ich Leuten folge, will ich sie auch lesen. Ist ja nicht so schwer verständlich, Twitter.


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Bookchoice – digitaler Buch-Club

Einen digitalen Buch-Club stellt Börsenblatt ⇔ vor. Bookchoice ⇔ stellt jeden Monat acht ausgewählte E-Books und Hörbücher für einen monatlichen Mitgliedsbeitrag von 3,99 Euro zur Verfügung.
Ich habe die App noch nicht getestet, allerdings mir die vorhandenen Oktober-Bücher angesehen. Und ja, drei davon hätte ich gelesen. Allerdings muss man zuerst eine Jahresmitgliedschaft erwerben und das finde ich nun nicht gut. Monatlich wäre da sicherlich die bessere Wahl, zumal man auch nur die Bücher des aktuellen Monats sehen kann.


Zu guter Letzt: Der Bücherstadt-Kurier ⇔ sucht kreative Beiträge für den literarischen Adventskalender. Wer hat also Lust, ein weihnachtliches Gedicht, einen Comic, eine Kurzgeschichte oder ähnliches zu veröffentlichen? Honorar wird allerdings keines bezahlt.

Jetzt ab in den Sonntag, auf die Lesecouch, ins Qualityland. Euch einen schönen freien Tag! Kaffee?

Die Leserin

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17 Kommentare

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  • So viel zu schreiben, wo fang ich an? Am besten beim Polar Verlag.
    Ich war auch geschockt! Und es zeigt mir eigtentlich, dass man sich gerade für die Indie-Verlage stark machen sollte! Denn gerade die haben in meinen Augen die besonderen Perlen versteckt, die im Massenpublikum gerne drohen unterzugehen.
    Daher freu ich mich auch tierisch, dass ein Japaner den Literaturpreis gewonnen hat! Bin ja ein kleiner Fan der asiatischen Literatur, die oft noch zu selten übersetzt und daher eher auf dem englischen Markt zu finden ist 🙁
    Gleiches gilt für die Franzosen. Ich mag deren Stil und nach den Iren/Schotten mag ich diese Autoren sehr gerne. Zwar gibt es auch welche, die nicht zu 100% überzeugen wollen, aber es gibt ja Auswahl! Vargas zum Beispiel kenn ich noch nicht. An ihn will ich mich jetzt aber heranwagen 😀
    Hab ich noch was vergessen?
    Ach ja, twitter! Das ist mir auch aufgefallen! Früher kam mehr Rückmeldung, wenn man Kritiken verlinkt oder Fragen an sie gerichtet hat. Aber gerade auf diesem Gebiet dürfen sie nicht einschlafen! Online-Medien sind ein sehr wichtiges Werbemittel und notwendig für den Kontakt zum Kunden.
    Neben Facebook, seh ich twitter und instagram da als äußerst wichtige Posten an! (bin auf Arbei für den Bereich zuständig und merk selber, wie viele da reinschauen, auch wenn ich mit einem Hotel jetzt einen anderen Weg beschreite und mich anders verhalten muss 😛 )

    Falls ich noch was vergessen hab, komm ich zurück 😀

    • Ja, die Schockwirkung von der Insolvenz des Polar Verlags wirkt auch bei mir nach. Ich finde es so schade, dass Verlage abseits des Mainstreams um ihre Existenz fürchten müssen. Keine Ahnung, was Übersetzungslizenzen kosten, aber ich denke, da liegt wohl der Knackpunkt. Nur was können wir Leser für solche Verlage tun? Bücher kaufen, rezensieren, klar … aber so wie es aussieht, reicht das nicht. *grübel*

      Ich werde den Franzosen auch noch eine Chance geben (mit ein paar Autoren, die Wortgestalt in ihrem Blogpost angeführt hat). Vielleicht habe ich wirklich einfach zu den falschen Büchern gegriffen. Die waren so *gähn* übersättigt mit malerischen Beschreibungen, dass mir jedes Mal beim Lesen mindestens eine Gesichtshälfte eingeschlafen ist. 🙂
      Japaner haben ja auch eine eigene Art Geschichten zu erzählen, aber mit denen werde ich eher warm als mit Franzosen und Italienern.

      Ich hoffe doch, Twitter kratzt die Kurve und schießt sich nicht selbst ins Aus. Wenn Twitter nicht wäre, wo wäre ich als DieLeserin dann? Facebook und ich sind noch immer keine Freunde, mir gefällt es auf Twitter. Allerdings muss ich auch zugeben, dass die Twitterfreude mit jedem Jahr abnimmt und ich jedes Mal Bammel vor irgendeiner Neuerung habe, die mehr schlecht als recht ist (wie die nervtötende Filterung z. B.).

      Dir einen schönen Sonntag! Liebe Grüße, Iris

  • Wow, wieder ein wunderbares und prall gefülltes Sonntagfrühstück bei dir!

    Erstmal lieben Dank für die Erwähnung meiner Rezension „Into the water“ :-* Und was hibbel ich bereits jetzt deiner Meinung entgegen!

    Viele verführerische Links die du hier hast, einige kenne ich bereits, andere werde ich dann mal durchstöbern!

    Ich habe auch die schwarze Ausgabe von „Qualityland“ – nachdem das Buch aber nun in aller Munde ist und so gehypt wird, wartet es nun erstmal auf dem SuB – denn eben das will ich vermeiden: mit zu hohen Erwartungen heran zugehen.

    Bei der Krähen-Blogtour bin ich schon voll dabei 😉

    Auch wenn ich nun nicht auf alles engehe – würde ja sonst hier ein eigener Beitrag werden *lach, so kann ich dir bezüglich Twitter und chronologischer Twitter-TL nur zustimmen! Und ich hätte lieber eine Editierfunktion als 240 Zeichen ;P

    Hab einen mukkelig-feinen Sonntag meine liebe Iris

    • Gerne!
      Ja, eine Editierfunktion bei Twitter wäre auch hilfreich, stimmt.
      Bei Qualityland bin ich hin- und hergerissen. Bin jetzt etwa in der Mitte, irgendwie gefällt es, irgendwie ist es aber auch zu wenig… hmmm. Mal sehen, wie die zweite Buchhälfte wird.
      Mit gehypten Büchern mache ich es oft ähnlich wie du: Erst mal liegen lassen. 🙂 Dir auch einen schönen Sonntag!

  • Hey 🙂

    Ich bin jetzt erst heute zum Lesen deines Sonntagsfrühstücks gekommen, aber du hast da ja wieder ganz schön viele Infos zusammengetragen – großes Kompliment und vielen Dank dafür!

    Vielen Dank auch, dass du meine Rezi zu „Der Junge auf dem Berg“ verlinkt hast! Dass Pierrot einen neuen Namen bekommt, fand ich schon nachvollziehbar. Aber die Schreibung Pieter (statt Peter) ist doch – soweit ich weiß – eher niederländisch als deutsch … Vielleicht hätte ich doch zur deutschen Fassung greifen sollen.

    Zu deinen Themen: Ich fand vor allem die Studie sehr interessant, ob es solche Zahlen auch für Österreich gibt? Wobei ich vermute, dass manche Ergebnisse wohl identisch ausfallen würden.

    „QualityLand“ ist in der Zwischenzeit auch bei mir in der schwarzen Fassung als E-Book aufgeschlagen, ich bin schon sehr gespannt darauf, werde aber erst nach der Buchmesse anfangen können …
    Das Krimi-Couch-Video habe ich mir einmal markiert zum Anschauen, denn ich sehe mir solche Bücherdiskussionen generell sehr gern an 🙂 .

    Liebe Grüße
    Ascari

    • Hallo Ascari,
      gerne! Ich freue mich, wenn die Linkauswahl so gut ankommt. Das Sonntagsfrühstück führe ich ja sozusagen als Experiment bis zum Ende des Jahres, aber so wie es aussieht, wird es wohl ins 2018er mitgenommen werden. 🙂

      Pieter hielt ich für einen Tippfehler, der wird wirklich so in englischen Fassung geschrieben? Tja, das verstehe ich auch nicht. Denn die Hitlerzeit geht ja auf Deutschland zurück, nicht in die Niederlande, und Salzburg liegt in Österreich, da schreibt man auch Peter. Tja, total unverständlich.

      Viele liebe Grüße dir! Und eine schöne Woche! Gehst du zur FBM?

    • Liebe Iris,

      nein, kein Tippfehler, dafür fällt „Pieter“ dann doch eine Spur zu oft … Ich hab es auch nicht verstanden, denn selbst in der englischen Sprache gibt es den Peter (Er wird dann halt nur „Pita“ ausgesprochen). Manche Dinge werden wohl für immer ein Rätsel bleiben.

      Yep, zwei Tage Buchmesse werden drin sein. Den Samstag hab ich mal noch offengelassen, kann durchaus sein, dass ich bis dahin von den Menschenmassen schon wieder erschöpft bin …

      Liebe Grüße
      Ascari

  • Liebe Iris,

    was für ein Beitrag. So viele interessante Themen, wann um Himmels Willen soll ich das alles „bewusst“ lesen. Ich sollte mir einen Mail-Eingangsordner Iris machen, alles sammeln, um nach und nach deine Auswahl zu genießen…..

    Lieben Dank auch für deine Verlinkung. Unter Wasser hört dich niemand schreien hat mich persönlich wirklich durch die Seiten preschen lassen, obwohl ich es gern blutiger, noch vertrickter und verworrener mag. Vielen ist der Inhalt zu handzahm, aber ich bin gespannt, ob du dich noch für dieses Buch entscheiden wirst.

    Liebe Grüße

    Anja

    • Ja, es muss nicht immer blutig sein, um spannungsgeladen mitgerissen zu werden. Ich mag auch psychologische Spannung gerne, mal sehen, ob ich es lesen werde.

      Bei der Auswahl der Links sitze ich selbst immer lange. Manchmal sind da so viele in einer Woche, dass man die gar nicht in einem Beitrag unterbringen kann. Und dann gibt es wieder eine Woche, wo fast nix interessantes zu finden ist. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich sehe, dass die Auswahl euch gefällt. Liebe Grüße, Iris

  • Vielen vielen Dank fürs Erwähnen und Verlinken! Hab passenderweise gerade einen Franzosen aus dem Polar Verlag gelesen. 😉 Mich hat die Nachricht von der Insolvenz ehrlich gesagt nicht so sehr überrascht, was nicht heißt, dass ich es weniger schade finde, im Gegenteil, da wird auf jeden Fall etwas fehlen. Ich habe fast alle Titel im Regal stehen, gekauft natürlich, aber leider noch vieles ungelesen, nur zwei Titel davon habe ich auf dem Blog besprochen. Ich kann mich also nicht groß rühmen, da besonders engagiert gewesen zu sein. Dabei hatte Polar einen schön überschaubaren Output. Vielleicht geht es ja irgendwo als Imprint oder in anderer Form weiter.

    Ich habe mich ja von Twitter schon vor längerer Zeit verabschiedet, das war und ist überhaupt nicht mein Medium. Als würde man in einen Raum kommen, in dem sich alle etwas zubrüllen. Und unzählige pseudo-klug-witzig-schmissig-smarte Wortmeldungen, von denen nicht mal ein Bruchteil auch nur annäherend irgendetwas davon ist. Geschweige denn interessant. Oh je, ich fange schon wieder an zu pöbeln, tut mir leid, ist ein echtes Reizthema für mich. 😀

    „Qualityland“ möchte ich übrigens auch noch lesen, großer Fan vom Känguru und da kann das hier auch nicht ignoriert werden. 🙂

    • Immer wieder gerne!
      Ein Imprint wäre toll (für uns Leser und die Autoren).

      Das, was du über Twitter schreibst, würde ich über Facebook sagen. *lach* Ich weiß nicht, ob es an der Gewohnheit liegt, dass einem das mehr zusagt, wo man zuerst angefangen hat? Ich bin z. B. bei Facebook total überfordert. So viel Text, so viele Postings, wie ein vollgestopfter Marktplatz.
      Bei Twitter fühle ich mich pudelwohl, ich mag die Kürze, das Flotte dort. Jedes Mal frage ich mich bei solchen Diskussionen, warum nur wenige Facebook UND Twitter gleich mögen. 🙂 Es ist wirklich eigenartig. Und auch schade, denn dadurch, dass mir Facebook nur wenig zusagt, bin ich dort auch nicht so aktiv und bekomme dann von Leuten wie dich, die ich ja gerne lese und mit denen ich gerne diskutiere, viel zu wenig mit. Warum kann es nicht eine Plattform geben, die alle unter einem Hut bringt? *hach, Träume sind schön*

      Ich hoffe, Qualityland gefällt dir besser als mir ;-).

    • Was die Sozialen Netzwerke angeht, muss man ja auch einfach nicht überall dabei sein, auch wenn man uns das gerne einredet. 😉 Und bloß nicht noch eine weitere Plattform!! 😀

      Ich war eine ganze Zeit auch von Facebook völlig reizüberflutet, hatten wir ja mal drüber gesprochen, zu viele Links und Headlines, die ich gar nicht lesen wollte. Also habe ich kräftig aussortiert, ganz viel wieder deabonniert und nun ist es besser, angenehmer. Aber wenn einem etwas nicht behagt, muss man sich dem nicht zwingend aussetzen. Das müllt den Kopf ganz schön voll.

      Ich nehme mir in letzter Zeit dann lieber die Zeit, in Ruhe die Blogartikel zu lesen und zu kommentieren. Da stecken wir ja alle die meiste Arbeit rein und unter den Artikeln entstehen immer wieder schöne Gespräche.

    • Ich möchte künftig auch wieder mehr Zeit für die Blogs zurückbehalten und lieber bei FB kürzer treten. FB ist gut für Kontakte, aber ein enormer Zeitfresser (obwohl ich da jetzt Listen gemacht habe, die ich nun ausprobiere).
      Trotzdem: Die Blogs kommen mir viel zu kurz und dabei sind dort die Beiträge, über die ich eigentlich diskutieren will. Deswegen werde ich künftig wohl FB nur am Rande verwenden und lieber wieder mehr Blogartikel lesen.

Die Leserin - Literarisch kriminell veranlagter Buchblog.

LITERARISCH KRIMINELL VERANLAGT.

Iris aka „Die Leserin“ bloggt hier seit September 2017 über Bücher, Neuerscheinungen, Literaturnews, eReading und SocialReading. Vorwiegend findet ihr hier Rezensionen zu Krimis, Thriller, Dystopien, zwischendurch auch zu zeitgenössischen Romanen und Jugendbüchern.

Blogmotto: Einfach. Gemütlich. Lesen. Und bloggen. 🙂

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