Was für ein bombastischer Lesemonat! Das darf bitte immer so bleiben. Ich habe so viele tolle Bücher gelesen, dass mein Leserherz gleich ein paar Takte schneller schlagen lässt.
Lieber November, nimm dir ein Beispiel an Oktober!

Inhalt:

Buch des Monats ↓
Gelesenes ↓
Abgebrochenes ↓
Ausblick auf November ↓

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Buch des Monats: Kerstin Ehmer – Der weiße Affe

Kerstin Ehmer: Der weiße Affe
Kerstin Ehmer: Der weiße Affe

Mit dem Pendragon Verlag hatten wir eine ganz besondere Woche im Oktober: Die Blogtour → zu Kerstin Ehmers Berlinkrimi „Der weiße Affe“.
So eine Blogtour hat einen Vorteil: Wir, Blogger, lesen und arbeiten mit dem Buch viel intensiver und durch die verschiedenen Beiträge zum Buch, taucht man ganz anders in die Geschichte ein, als wenn wir es nur lesen und rezensieren. Und ich hoffe, diese tiefe Einblicke in „Der weiße Affe“ konnten auch euch erreichen, anstecken, gefallen.
Hier noch einmal die Übersicht der Beiträge zum Nachlesen:

Blogtour: Der weiße Affe
Blogtour: Der weiße Affe

Montag, 16.10.
„Die Leserin“ – Rezension zu „Der weiße Affe“ →

Dienstag, 17.10.
„Wortgestalt Buchblog“ – Beitrag: „Spurensuche – Ein Spaziergang durch Berlin“ ⇔

Mittwoch, 18.10.
„Die dunklen Felle“ – Beitrag: „Die Geschichte von Alexander – Verwahrlosung und Überliebe“ ⇔

Donnerstag, 19.10.
„Life4Books“ – Beitrag: „Die 20er Jahre – das Zeitalter der sexuellen Befreiung und der schillernden Bars“ ⇔

Freitag, 20.10.
„Kejas Blogbuch“ – Beitrag: „Kommissar Spiro schreibt nach Hause…“ ⇔

Wer eine kleine kriminelle Zeitreise ins Berlin der 20er-Jahre machen möchte, mal einen etwas anderen Krimi lesen möchte, möge ich sich bitte „Der weiße Affe“ näher anschauen. Als ich das Buch las, war ich nicht mehr im Jahr 2017, sondern direkt auf den gepflasterten Straßen Berlins, in dem noch Hufgetrappel zu hören ist und gerade eine sexuelle Befreiung stattfindet. Unglaublich, aber Kerstin Ehmer gelingt es, den Leser in die Vergangenheit zu entführen und ihn die Gegenwart vergessen zu lassen.
Zur Rezension → ★ ★ ★ ★ ★


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Gelesenes

Deon Meyer: Fever
Deon Meyer: Fever

FEVER von DEON MEYER gehörte ebenfalls zu meinen Lesehighlights im Oktober. 700 Seiten geballte spannende Postapokalypse. Normalerweise meide ich so dicke Bücher, aber bei Meyer ist keine Seite zu viel.
FEVER zeigt wie unmenschlich Menschen selbst dann noch sind, wenn sie eigentlich auf andere angewiesen sind. Und das glaubwürdig und erschreckend unzensiert. Wie egoistisch Menschen sind, wenn eigentlich alles zerstört ist, was unsere Welt ausmacht. Wie egoistisch mächtige Leute sind, wenn der Welt – durch eigene Zerstörung – das Wasser bis zum Hals steht.
Eine dystopische Spannungsgeschichte, die man unbedingt lesen muss.
Zur Rezension → ★ ★ ★ ★ ★


Norbert Horst: Kaltes Land
Norbert Horst: Kaltes Land

KALTES LAND von NORBERT HORST hat mir auf eine andere Weise sehr gut gefallen. Bei ihm spielt die Polizeiarbeit des Buches sehr nah an der Realität, er selbst ist ja Polizist und weiß, wovon er schreibt. In diesen fiktiven Roman erzählt er von den Schattenseiten des Asylgesetzes, die Schwierigkeiten bei der Polizeiarbeit, die Löcher im System, die es Menschenhändlern und Drogenbanden leicht machen, neue Kuriere und Opfer zu finden. All das verpackt in einem unterhaltsamen, sehr authentisch zu lesenden Ermittlerstrang.
Auf alle Fälle eine Reihe, die ich im Auge behalten werde und von der ich die Vorgängerbände noch lesen möchte. Super gemacht!
Zur Rezension → ★ ★ ★ ★ ★


Martin Krist: Böses Kind
Martin Krist: Böses Kind

BÖSES KIND von MARTIN KRIST erscheint erst im Novmeber, auch meine Rezension dazu findet ihr dann hier im Blog. Wie von Martin Krist gewohnt, geht es absolut spannend zu in diesem Thriller und dementsprechend ist das ein Buch, das man gerne in einem Rutsch liest.
Zwar ist BÖSES KIND Mainstream, aber doch hebt es sich etwas von herkömmlichen Mainstream-Thrillern ab. Denn die Figuren sind alles andere als Stangenware.
Nix für Leser, die über keine Hirnmasse stolpern möchten, denn Krist schreibt schonungslos anschaulich seine Opferszenen. Wer Hartes liebt, muss Krist lesen. Freue mich schon, euch die Rezension vorstellen zu dürfen.
Rezension folgt ★ ★ ★ ★ ★


Thomas Olde Heuvelt: Hex
Thomas Olde Heuvelt: Hex

HEX von THOMAS OLDE HEUVELT bringt euch Halloween auf die Lesecouch. Gruselig zu lesen ist diese Hexengeschichte, denn ein ganzes Dorf ist verflucht und scheinbar gibt es kein Entkommen. Modern ist sie auch noch, denn in Black Spring wird alles videoüberwacht und eine eigene App zeigt den aktuellen Standort der Hexe an. Aber Thomas Olde Heuvelt hat nicht nur einen spannenden Horrorroman geschrieben, der unterhält, der gruselt, der Gänsehaut hervorruft, nein, er hat gegen Ende auch noch einen moralischen Schockmoment eingebaut, den wir von uns Menschen leider nur zu gut kennen. Eine Leseempfehlung für alle, die noch nach einem Gruselbuch für heute Abend suchen.
Rezension folgt ★ ★ ★ ★ ★


Matthew Quick: Anstand
Matthew Quick: Anstand

Mit etwas mehr Anspruch geht es in ANSTAND von MATTHEW QUICK zu. Auch dieses Buch hat mir ganz besondere Lesestunden beschert. Ein herrlich eigenwilliger Erzähler, dieser David Granger, Kriegsveteran mit Verfolgungswahn, erzählt dem Leser lebendig über Vorurteile und Schwarz-Weiß-Denken. Das Buch macht nachdenklich, denn es zeigt vor allem eines: Wir sollten nicht so sehr auf das achten, was aus einem Mund rauskommt, sondern viel mehr auf das, was jemand wirklich tut.
Wer eine derbe Sprache liebt, sich auf eine total eigenwillige Hauptfigur mit guten und schlechten (menschlichen) Eigenschaften einlassen will, der wird durch dieses Buch nicht nur gut unterhalten, sondern auch dazu angeregt, über das Gelesene nachzudenken.
Zur Rezension → ★ ★ ★ ★


Candice Fox: Crimson Lake
Candice Fox: Crimson Lake

Dieses CRIMSON LAKE von CANDICE FOX ist verdammt verschlagen und kein Stangenwarenthriller. Eher so ein Mix von tausend Scherben, die zu einem großen Ganzen zusammengeklebt werden. Crimson Lake zeigt einerseits zwei Ausgestoßene, zwei am Rande der Gesellschaft, von ihr gejagt, von ihr gemieden, die versuchen, in der Abgeschiedenheit der Sümpfe einen Neuanfang zu finden. Doch diese zwei sind total abgedrehte Figuren. Der vermeintliche Kinderschänder und die verurteilte Mörderin, der eine, der mit seinen Pistolen redet, während Küken zu seinen Füßen schlafen, die andere mit Pillendreher-Tremor und Schmetterlingstattoos auf dem Fahrrad strampelnd. Und dazu noch ein verschwundener Schriftsteller, der die Bibel zu einer softpornografischen Verschwörungsgeschichte ummontiert und Fans eigenes Kalibers hat.
Crimson Lake ist anders, aber dennoch für die breite Leserschar geeignet. Mainstream, das ja, aber doch einer, der sich etwas von der Massenware abhebt
Zur Rezension → ★ ★ ★ ★


Rebecca Hunt: Everland
Rebecca Hunt: Everland

An einen ganz anderen Ort entführt uns REBECCA HUNT in EVERLAND: Zwischen Schneestürmen und in Kadaver pickenden Möwen kämpfen zwei Forschungsteams unterschiedlicher Zeiten mit dadurch unterschiedlicher Ausrüstung ums pure Überleben. Everland ist nämlich nicht so schön, wie es in Reiseführern angepriesen werden würde. Everland ist hart, rau, eisig kalt, lebensgefährlich. Doch es gibt noch etwas Unberechenbareres als das Setting: Der Mensch. Denn wenn es ums Überleben geht, kann man niemanden mehr trauen. Manchmal nicht mal sich selbst.
Trotz detaillierter Beschreibungen und raffinierter Charakterentwicklung fehlt beim Lesen die emotionale Bindung an die Figuren und es will keine antarktische Atmosphäre die Lesecouch erfassen. Trotzdem ist Everland einen Ausflug wert.
Zur Rezension → ★ ★ ★


Marc-Uwe Kling: Qualityland
Marc-Uwe Kling: Qualityland

Alles okay? Nicht meines war QUALITYLAND von MARC UWE KLING. „Qualityland“ ist eine lustige, satirische Dystopie über eine durchdigitalisierte Gesellschaft, in der Algorithmen sogar die Partnerwahl übernehmen. Anfangs ist es wirklich lustig zu lesen, wie die Figuren völlig normal auf Androiden und Kampfrobotern eingehen, mit Lieferdrohnen und Autos Gespräche führen, aber spätestens bei den Sexandroiden oder rosafarbenen Delfinvibratoren ist auch mal Schluss mit lustig. Und tja, selbst die Nachnamen der Figuren (Peter Arbeitsloser, …), oder der Politikerandroide John of Us sind halt nur okay. Sie ragen halt alle nicht sonderlich hervor, obwohl sie eigentlich total abwegig sind. Also wieder einfach nur okay.
Ebenso wie die Sprache, die mich zwischendurch an Kinderbücher erinnert hat. Einfach, für alle verständlich, damit wohl niemand beim Lesen denken muss, weil Niemand das schon längst übernommen hat. Nur den Okay-Button muss man noch selbst drücken. Oder küssen.
Irgendwann hat mich die Geschichte aber nur noch genervt.
Zur Rezension → Knappe ★ ★ ★


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Abgebrochenes

Nix! Nada! Niente!
Eigentlich wollte ich ja öfter mal Bücher abbrechen, aber der Oktober war so gut zu mir, dass er mir nur gute Bücher brachte. Und das darf gerne – für immer – so bleiben. Denn so macht Lesen Spaß!


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Ausblick auf November

Im November startet die BuchWien ⇔, auf die ich mich ganz besonders freue. Besonders auf den Samstag, da liest Jürgen Bauer aus „Ein guter Mensch“, ein Buch, das ich noch unbedingt lesen möchte. Und in der News Leselounge gibt es eine Krimi-Runde mit Melanie Raabe, Thomas Raab und Bernhard Aichner, die ich nicht verpassen möchte.
Außerdem freue ich mich auf das Treffen mit einer ehemaligen Buchbloggerin, die mir sehr ans Herz gewachsen ist und mit einer Wiener Krimiautorin, die ich schon seit Jahren nicht mehr gesehen habe. Wien, ich komme!
Bei Instagram melde ich mich dann mit Fotos direkt von der Messe. Meinen Account findet ihr hier: @dieleserin ⇔.


Das war also der Oktober, der mich sehr verwöhnt hat und von dem sich der November ruhig ein wenig abschauen kann.

Einen Beitrag bin ich euch noch schuldig und zwar der über die abgebrochenen Bücher. Ich hoffe, ich schaffe den im nächsten Monat! Im Oktober hatte ich so einen Lauf mit guten Büchern, dass ich ehrlich gesagt, lieber gelesen als geschrieben habe. So eine Highlightwelle muss man einfach nutzen.

Wie war euer Lesemonat?

Die Leserin

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5 Kommentare

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  • Haaach, ich fühl mich hier bei dir ja echt pudelwohl <3 So feinster ähnlicher Buchgeschmack und entweder hast du mich auf Bücher neugierig gemacht oder ich hab mich gefreut das wir gleiche Tite im Regal stehen haben (=

    Doe Blogtour die dank Kerstin ja auch bei meinem (Gemeinschafts)Blog Einzug hielt, war wirklich fein und eure Beitrag einfach allesamt super!

    Hab einen lesereichen November!

    • Hallo liebe Janna,
      wegen unserem ähnlichen Buchgeschmack bin ich nun auch Stammgast bei euch :-). Die Blogtour war wirklich super.
      Vielen lieben Dank dir, eine schöne Halloweennacht und einen noch schöneren Lesenovember!

    • <3
      Wobei es ja auch etwas fatal ist wenn man einen solch ähnlichen Geschmack, so WuLi / SuB mäßig 😉

  • Liebe Iris,
    Wow, da hattest du ja einen super Lesemonat. So viele fünf Sterne Bücher. Da bin ich etwas neidisch. Mit Everland schlage ich mich schon den ganzen Oktober rum und komme einfach nicht so richtig weiter damit. Ich weiß nicht, ob es an der Leseflaute liegt, oder ob ich die Leseflaute wegen diesem Buch habe. Vielleicht lege ich es jetzt besser erstmal weg und probiere es wann anders noch mal damit.
    QualityLand habe ich im Oktober auch gelesen und war total begeistert. War mein absolutes Highlight. Schade, dass es dich nicht so überzeugen konnte.
    Bei Fever habe ich schon so interessante Werbung zum Buch gesehen und das hat mich schon sehr neugierig gemacht. Jetzt noch deine positive Bewertung –das Buch werde ich mir definitiv mal genauer ansehen.
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
    Julia

    • Hallo Julia,
      ja, der Oktober war wirklich klasse. Umso schwerer hat es wohl der November :-). Bisher habe ich erst ein Buch gelesen und wir haben schon den 9.!

      Wenn du glaubst, du hast vom Buch womöglich eine Leseflaute, würde ich es tatsächlich auf die Seite legen. Wäre schade!

      Fever hat mir wirklich ein Fieber verpasst – ein Lesefieber. Werde mir wohl noch mehr Deon Meyer Bücher besorgen müssen.

      Hoffe, deine Leseflaute hat inzwischen ein Ende und einen tollen Lesemonat dir! Mit hoffentlich nur 5-Sterne-Büchern! Liebe Grüße, Iris

Die Leserin - Literarisch kriminell veranlagter Buchblog.

LITERARISCH KRIMINELL VERANLAGT.

Iris aka „Die Leserin“ bloggt hier seit September 2017 über Bücher, Neuerscheinungen, Literaturnews, eReading und SocialReading. Vorwiegend findet ihr hier Rezensionen zu Krimis, Thriller, Dystopien, zwischendurch auch zu zeitgenössischen Romanen und Jugendbüchern.

Blogmotto: Einfach. Gemütlich. Lesen. Und bloggen. 🙂

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