Der November ist für mich eine der schönsten Zeiten zum Lesen. Draußen wird es langsam kalt, nebelig, düster und drinnen brennt der Kaminofen, wärmt, macht das Wohnzimmer heimelig und lädt auf die Lesecouch ein. Und wenn dann noch ein paar Neuerscheinungen dazu kommen, fühle ich mich wie im Lesehimmel. Lesen ist nämlich ganz schön gemütlich und neue Bücher geben der Gemütlichkeit den gewissen Kick. Deswegen gibt es auch im November natürlich neue Bücher:

Übersicht:

Datum Autor Titel Verlag
Nov. 2017 Oda Wüst Du brauchst einen ganzen Himmel ↓ Polar Verlag
06.11. Marcie Rendon Am roten Fluss ↓ ariadne
13.11. Kazuaki Takano 13 Stufen ↓ Penguin Verlag
13.11. J. M. Ilves Bordertown – Der Puppenmeister ↓ Suhrkamp Verlag
17.11. Dirk van Versendaal Nyx ↓ Rowohlt Verlag
20.11. Martin Krist Böses Kind ↓ Via tolina media (SP)
24.11. David Wilson Das Gesetz des Bösen ↓ Bastei Lübbe

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Oda Wüst: Du brauchst einen ganzen Himmel
Oda Wüst: Du brauchst einen ganzen Himmel

Du brauchst einen ganzen Himmel

Oda Wüst
Polar Verlag ⇒, Erscheint im November 2017, ISBN 978-3-945133-51-4, 330 Seiten

Buchbeschreibung:
Marie-Jo aus Paris, Candice aus Boston und Lies aus Essen treffen sich zufällig in Venedig im Gritti-Hotel. Im Laufe der Nacht gestehen sie sich ein, wie sehr sie die Ehen mit ihren Männern hassen. Sie beschließen, sich an ihnen zu rächen, indem sie ihnen den Mord an sich in die Schuhe schieben und ein neues Leben beginnen. Mit Hilfe der anderen zieht Marie-Jo nach ihrem fingierten Tod in die USA, Candice nach Hamburg und Lies nach Grasse. Während ihren Männern der Prozess gemacht wird, finanzieren sie ihr neues Leben mit Hilfe von Schwarzgeldkonten. Sie genießen ihre Freiheit, verlieben sich und müssen nach kurzer Zeit feststellen, dass auch die neuen Männer in ihrem Leben einen Makel haben. Es sind allesamt Schufte. Verdienen ihr Geld mit Umweltverschmutzung, Drogen oder setzen rechtsradikale Parolen in die Welt. Was liegt da näher, als auch sie zu beseitigen? Als Lies jedoch ermordet wird, stellt sich den Überlebenden plötzlich die Frage, wer der geheimnisvolle Mörder ist. Wer hat ihr kleines Geheimnis entdeckt und rächt sich an ihnen?

Ich fürchte ja, dass dieses Buch nicht das Licht der Welt erblicken wird. Der Polar Verlag schließt und mit ihm eine Menge an Büchern, die uns leider entgehen. Wie dieses. Drei Frauen, die kurzerhand ihre Männer entledigen, weil sie Makel haben. Wie abgebrüht kann man eigentlich sein? Hätte ich gerne gelesen. Ich hoffe, es findet sich ein Käufer für den Verlag, damit wir in den Genuss der Bücher kommen.


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Marcie Rendon: Am roten Fluss
Marcie Rendon: Am roten Fluss

Am roten Fluss

Marcie Rendon
ariadne – Argument Verlag ⇒, Erscheint am 06.11.2017, ISBN 978-3-86754-229-6, 220 Seiten

Buchbeschreibung:
Marcie Rendons tief in den Siebzigern angesiedelter, herbstlich stimmungsvoller Country Noir folgt einem ganz eigenen Erzählrhythmus. Cash ist eine traumhafte Hardboiled-Protagonistin: cool, wortkarg, tough und absolut instinktsicher. Das Porträt der ländlichen USA aus Sicht einer einzelgängerischen jungen Indianerin ist historisch akkurat und so poetisch wie illusionslos.

Country Noir geht immer. Aus dem ariadne Verlag sowieso. Und kratzbürstige Hauptfiguren liebe ich. Ein Must-Read!


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Kazuaki Takano: 13 Stufen
Kazuaki Takano: 13 Stufen

13 Stufen

Kazuaki Takano
Penguin Verlag ⇒, Erscheint am 13.11.2017, ISBN 978-3-328-10153-6, 400 Seiten

Buchbeschreibung:
Ein unschuldig wegen Mordes zum Tod Verurteilter soll hingerichtet werden. Der ehemalige Gefängnisaufseher Kihara und der auf Bewährung entlassene Jun’ichi erhalten den Auftrag, den wahren Täter zu finden. Für das ungleiche Ermittlerduo beginnt damit nicht nur ein dramatischer Wettlauf gegen die Zeit, sondern beide müssen sich auch ihrer eigenen Vergangenheit stellen.

Kazuaki Takano kennt ihr wahrscheinlich von „Extinction“. In diesem Buch geht es um die in Japan noch immer angewandte Todesstrafe und die Frage nach Schuld und Reue und nach dem Recht auf Vergeltung. Heißes Thema von einem Autor, der ungewöhnliche Spannung aufbaut.


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J. M. Ilves: Bordertown - Der Puppenmeister
J. M. Ilves: Bordertown – Der Puppenmeister

Bordertown – Der Puppenmeister

J. M. Ilves
Suhrkamp Verlag ⇒, Erscheint am 13.11.2017, ISBN 978-3-518-46820-3, 303 Seiten

Buchbeschreibung:
Eine Tote, achtlos im See versenkt. Ein Mann, der alle Fäden in der Hand hält. Und ein Ermittler, der keine Toten mag. BORDERTOWN.
»Ich mag keine Toten.« Kommissar Sorjonen – ein brillanter Ermittler, der jedoch nicht nur mit den Toten, sondern auch mit den Lebenden so seine Schwierigkeiten hat – lässt sich ins beschauliche Lappeenranta an der russischen Grenze versetzen. Mehr Zeit für seine Familie, hofft er, und weniger Morde, die sich von Mal zu Mal tiefer in ihn einbrennen. Doch schon kurz nach seiner Ankunft wird ein russisches Mädchen leblos aufgefunden; wie eine Puppe liegt sie da, nackt und bleich. Und für Sorjonen ist schnell klar: Wo sie herkommt, sind noch weitere in Gefahr.
Gerade erst hat er seine neuen Kollegen kennengelernt, schon starrt Sorjonen am idyllisch gelegenen Saimaa-See auf ein totes Mädchen, das ans Ufer gespült wurde. Die Todesursache: eine Überdosis Betäubungsmittel. Was zunächst nach einem Unfall aussieht, wird zu einem Fall, der weitere Tote bringt und immer größere Kreise zieht. Die Spuren deuten auf einen Verbrecherring, der Handel mit Nacktfotos von betäubten Mädchen, sogenannten »Puppen«, betreibt. Doch auf der Suche nach den Hintermännern versinkt Sorjonen immer tiefer im Kleinstadtsumpf aus Korruption und Klüngelei. Und dann taucht auch noch eine russische FSB-Agentin auf – auf der Suche nach ihrer verschwundenen Tochter …

Ich muss ja sagen, dass ich die Suhrkamp Bücher erst vermehrt im Regal habe, seit Thomas Wörtche dort agiert. Auch hier dürfte ein eher kratzbürstiger Kommissar auf den Leser warten, dazu eine Gegend, die eher selten in Krimis vorzufinden ist (russische Grenze). Auf alle Fälle ist meine Neugier geweckt!


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Dirk van Versendaal: Nyx
Dirk van Versendaal: Nyx

Nyx

Dirk van Versendaal
Rowohlt Verlag ⇒, Erscheint am 17.11.2017, ISBN 978-3-498-07069-4, 448 Seiten

Buchbeschreibung:
Ein unglaublich visionärer dystopischer Thriller, monumental, erschreckend und düster wie ein Film von Lars von Trier.
Im Jahr 2025 wurde sie erbaut, die Nyx, ein schwimmendes Ungetüm, viereinhalb Kilometer lang und anderthalb Kilometer breit. Der Koloss zieht als gigantisches Alters- und Pflegeheim seine Bahnen durch alle Weltmeere – Das ist einfach billiger, als die Alten an Land zu versorgen. Als die junge Ärztin Polly Sutter an Bord geht, tut sich aber schon seit längerem Unheimliches. Immer mehr Alte sterben, in ihren Kabinen, in der Wanne, es ist unerklärlich. Und dann verschwinden Menschen. Wie etwa ein Kollege des Technikers Rafael, der sich beim Befüllen der riesigen Müllverbrennungsöfen auf Deck 50 scheinbar in Luft auflöst. Polly und Rafael sind nicht die einzigen, denen zunehmend flau zumute wird. Auch ein paar der betagten Insassen haben keine Lust, als nächste tot und mit blau angelaufener Zunge gefunden werden. Und die mysteriöse Seuche ist nur eines der Geheimnisse der Nyx, die unbeirrbar die internationalen Gewässer durchpflügt, während an Bord ein Pandämonium ausbricht…

Dystopien gehen eigentlich immer bei mir. Hier weiß ich noch nicht, ob ich es wirklich lesen werde. Irgendwie habe ich noch ein Fitzek – „Passagier 23“ – Trauma, der auch auf einem Schiff spielt (nur ohne Dystopie). Eigentlich ist es ja interessant, eine Katastrophe an einem Ort durchzuführen, von wo man nicht fliehen kann. Naja, mal sehen wie die Leseprobe ist.


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Martin Krist: Böses Kind
Martin Krist: Böses Kind

Böses Kind

Martin Krist
Selfpublisher Verlag ⇒, Erscheint am 20.11.2017, ISBN 9783739399850 (ebook), 320 Seiten, Band 1 der Henry-Frei-Reihe

Buchbeschreibung:
JEDE LÜGE HAT IHREN PREIS. DIESE WIRD DICH TÖTEN.
Ein Mord mitten in der Hauptstadt. Das Opfer wurde erschlagen und gekreuzigt. Kriminalkommissar Henry Frei und sein Team ermitteln.
Suse, heillos mit ihren Kindern überfordert, seit ihr Mann sie verlassen hat, ist in Panik: Ihre Tochter Jacqueline ist verschwunden. Die alarmierte Polizei glaubt der Mutter kein Wort.
Wo ist Jacqueline? Wer zieht seine blutige Spur durch Berlin? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt!
Der erste Fall für Kommissar Henry Frei.

Martin Krist ist Must-Read für mich. Der Thrillerautor schafft es immer wieder, mich an seine Bücher zu fesseln. „Böses Kind“ habe ich schon vorab gelesen (Rezension erscheint am 20.11. hier im Blog und es gibt auch noch einen etwas anderen Beitrag dazu – lasst euch überraschen) und ich kann euch sagen: Mainstream vom Feinsten! Und zwar kein Stangenwarenmainstream, denn dazu heben sich die Figuren zu sehr von der sonstigen Massenware ab. Absolut fesselnd, ein Thriller, den man in einem Rutsch liest. Also vormerken und vorbestellen!


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David Wilson: Das Gesetz des Bösen
David Wilson: Das Gesetz des Bösen

Das Gesetz des Bösen

David Wilson
Bastei Lübbe Verlag ⇒, Erscheint am 24.11.2017, ISBN 978-3-404-17629-8, 352 Seiten

Buchbeschreibung:
Greenbank ist eine einzigartige Strafanstalt, zugleich Gefängnis und Therapiezentrum für die schlimmsten Serienmörder des Landes. Als sich ein Häftling auf schreckliche Weise selbst tötet und kurz darauf ein zweiter bestialisch ermordet wird, kann es der neue Gefängnisdirektor Munro nicht mehr leugnen: Jemand hat es auf sie alle abgesehen. Gemeinsam mit der Psychologin Kate und dem Polizisten Knight begibt Munro sich auf Spurensuche. Doch die Zeit rennt ihnen davon. Denn der Mörder treibt immer noch sein Unwesen, innerhalb wie außerhalb der Gefängnismauern. Und sein blutiges Werk ist noch lange nicht beendet …

Eine Strafanstalt als Setting – interessant! Wenn jetzt noch die Leseprobe passt, dann wird es wohl auf meiner Lesecouch landen.


Momentan erarbeite ich gerade Leseprojekte, die ich ab 2018 umsetzen möchte und bei denen ich vermehrt Backlist-Titel lesen will. Dadurch habe ich mir vorgenommen, nur zwei Bücher aus der November-Vormerkliste zu kaufen, zumal hier noch so viele interessante ungelesene Bücher herumliegen.
Ob ich das einhalten werde? So ein bisschen Zweifel habe ich ja, aber ich werde mich dieser Herausforderung stellen.

Welche Bücher habt ihr für diesen Monat vorgemerkt? Welche wollt ihr unbedingt lesen?

Einen schönen Lesemonat euch!

Die Leserin

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11 Kommentare

Schreibe eine Antwort zu Janna | KeJas-BlogBuch Antwort abbrechen

  • Spannend, ich habe in meiner Verlagsschau für den November komplett andere Titel, das lobe ich mir in Sachen Vielfalt und Abwechslung! 😀

    Aber auf meiner Merkliste landet in jedem Fall noch „Am roten Fluss“, das hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm, als ich den November-Beitrag geschrieben habe. Danke für die Gedankenstütze!

    Ich verlinke mal zu dir unter meinem Post, der geht nachher raus.

  • „Am roten Fluss“ werde ich mir in jedem Fall auch gönnen, die anderen sind eher nicht so meins. Gottseidank – der Merkzettel ist voll genug. 🙂

    Bei der Oda Wüst bin ich mal gespannt, ob die überhaupt erscheint, da der Polar Verlag ja traurigerweise Insolvenz anmelden musste. Hoffe immer noch, dass Polar in fähige Hände übergeht. Um die vielen für Deutschland entdeckten Autoren wäre es wirklich schade.

    • Auf die Deutsche Polar – Reihe war ich so gespannt, zumal ich mich frage, ob das überhaupt funktioniert. Hoffe sehr, dass sich da ein Käufer findet, der den Mut hat, den Deutschen Polar umzusetzen.

  • Oh weh! Ich hab noch nicht auf die Vorschaun geschaut und allein durch deinen Beitrag heult mein Geldbeutel schon unendlich laut auf XD
    Fitzek-Trauma… jetzt wo du es sagst. Aber die Lars von Trier ANdeutung macht mich wieder neugierig …Mh. Und „Böses Kind“? Das ist Pflicht 😀

    • Böses Kind ist richtig gut. Darf noch nicht zu viel verraten, aber es ist ein toller Mainstream-Thriller gepickt mit etwas Neuem. So zumindest meine Vermutung. Gibt es bei Netgalley auch, falls du dort aktiv bist ;-).

      Fitzek würde ich nur noch lesen, wenn einer meiner Lieblingsblogger die absolute Empfehlung ausspricht. Die letzten Bände haben mir überhaupt nicht gefallen (ich glaube, das letzte war Passagier oder das Paket, wo ich ausgestiegen bin). So ein Mainstreameinheitsbreimatsch. Schade, die ersten Bücher von ihm fand ich richtig gut.

    • Ich habs inzwischen hier – Das böse Kind – bin gespannt, was mich erwartet 😀 Hab allerdings noch 2-3 Bücher, die ich vorher beenden muss 😛

      Er schreibt für mich auch nix Gutes mehr. Schade eigentlich 🙁

  • Hatte ja erstmal nur einen like gegeben, aber einen Kommi will ich mir ja nicht nehmen lassen! Es muss dir ja aber auch mal klar gesagt werden, das du in die Schäm-dich-Ecke gehörst! Was tust du nur meiner WuLi und ggf. schlimmer meinem SuB an ?! 😛

Die Leserin - Literarisch kriminell veranlagter Buchblog.

LITERARISCH KRIMINELL VERANLAGT.

Iris aka „Die Leserin“ bloggt hier seit September 2017 über Bücher, Neuerscheinungen, Literaturnews, eReading und SocialReading. Vorwiegend findet ihr hier Rezensionen zu Krimis, Thriller, Dystopien, zwischendurch auch zu zeitgenössischen Romanen und Jugendbüchern.

Blogmotto: Einfach. Gemütlich. Lesen. Und bloggen. 🙂

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